• 24-Stunden-Hotline zur Terminvergabe
  • 0800 - 724 33 11
Menü

Handyregeln

Handyregeln

Ingrid, 46 Jahre:

Handyregeln führen in vielen Familien zu Konflikten – besonders in der Pubertät. Wenn Gespräche immer häufiger eskalieren und kaum noch möglich sind, stellt sich oft die Frage: Wie lassen sich klare Regeln durchsetzen, ohne dass die Situation weiter kippt?

Zu Ihrem Termin


Erfahrungsbericht:

Hallo, ich bin Mutter von zwei Teenager-Mädchen. Bei uns eskaliert die Situation immer mehr. Es gibt täglich Streit um Internetzeit, obwohl diese begrenzt ist. Die Freundinnen haben alle unbegrenzte Internetzeiten. Vereinbarte Dinge funktionieren kaum und müssen ständig neu diskutiert werden. Als Strafe erlaube ich ihnen dann teilweise gar kein Fernsehen oder Internet. Als ich ihr das Handy weggenommen habe, ist sie einfach nicht mehr in die Schule gegangen.
Gespräche scheitern oft, die beiden laufen meist türenknallend davon. Ich frage mich: Wie viel Medienzeit ist sinnvoll – und wie lassen sich Handyregeln für Kinder durchsetzen, ohne dass alles eskaliert?
[Ingrid, 46 Jahre]

Handyregeln verständlich machen

Sie fragen sich, wie sich Handyregeln durchsetzen lassen. Ein entscheidender Punkt liegt davor: Erziehung funktioniert über Beziehung. Wenn positive gemeinsame Momente fehlen, sollten diese bewusst wieder aufgebaut werden. Also: Gibt es auch gute Zeiten zwischen Ihnen und Ihren Töchtern?

Dann versteht man als Eltern viel besser, was Kinder so bewegt und was ihnen gefällt. Und man sollte auch überlegen, wie man die gemeinsame medienfreie Familienzeit so nutzt, dass es auch den Kindern gefällt, etwa durch Spiele, gemeinsamen Sport oder Ausflüge oder mal zusammen Kochen... Dabei kann das Internet prima eingebunden werden. Sie könnten zum Beispiel besondere Rezepte aus dem Netz nachkochen oder Schminkideen ausprobieren. So machen die Kinder die Erfahrung einer sinnvollen Webnutzung mit positiven gemeinsamen Erlebnissen

Handyregeln gemeinsam aufstellen

Regeln sollten klar erklärt und begründet werden. Gleichzeitig hilft es, Kinder einzubeziehen – so steigt die Akzeptanz deutlich.

  • Regeln gemeinsam festlegen
  • Zeiten flexibel über die Woche verteilen

Wichtig ist vor allem die Konsequenz. Klare Zeitgrenzen helfen, Diskussionen zu reduzieren. Stellen Sie eine Uhr bzw. einen Wecker, damit allen klar ist, wie viel Zeit noch bleibt und wann die Zeit abgelaufen ist, und dann gilt es, konsequent und ruhig zu bleiben. Kinder lernen, wie lange Sie noch nerven können.

Zur Nutzung des Internets gibt es hilfreiche Tipps, zu finden unter klicksafe.de - eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz.
Gleichzeitig spielt das eigene Verhalten eine große Rolle: Kinder orientieren sich stark daran, was sie bei den Eltern beobachten.

Verantwortung im Alltag übernehmen

Auch beim Thema Haushalt zeigt sich: Beteiligung wirkt besser als Druck. Wenn Kinder mitentscheiden dürfen, steigt die Bereitschaft zur Mitarbeit spürbar.
Lassen Sie die Kinder auch bei den Pflichten mitreden. Sie können sich Aufgaben aussuchen, die dann innerhalb einer Woche erledigt werden können (z.B. Altpapier wegbringen) und eine Aufgabe für jeden Tag (z.B. Tisch decken und abdecken). Welche Aufgaben übernehmen die Kinder auch freiwillig? Am Ende können Sie eine Belohnung in Aussicht stellen. „Wenn das diese Woche gut klappt, bin ich bereit mit euch (oder für euch) einen Kinobesuch zu zahlen, Pizza essen zu gehen,…“ Was die Kids gerne machen würden. Ein gemeinsamer Fernsehabend oder die Leibspeise kochen geht natürlich auch immer, es muss also nicht immer etwas kosten.
Dann wird wieder ein neuer Plan für die kommende Woche vereinbart.

Regeln statt Strafen

Statt Strafen sind logische Konsequenzen oft hilfreicher. Kinder lernen so, Verantwortung zu übernehmen.

  • Erst Aufgabe, dann Freizeit
  • Absprachen ruhig und konsequent umsetzen

Beispiel: „Es war abgesprochen, dass du das Bad putzt. Das ist nicht geschehen. Dann kannst du erst zu deinen Freundinnen oder vor den Fernseher, wenn das erledigt ist.“

So verstehen Kinder Zusammenhänge besser, anstatt nur Strafen vermeiden zu wollen.

Mehr Kooperation, weniger Streit

Langfristig geht es darum, mehr Kooperation zu entwickeln. Konflikte gehören dazu, sollten aber nicht den Alltag bestimmen.

Gehen Sie nach Streit wieder aktiv auf Ihre Kinder zu. Gerade in angespannten Situationen brauchen Kinder Orientierung. Wenn Eltern zeigen, wie Gespräche wieder aufgenommen werden können, entsteht Schritt für Schritt wieder mehr Verbindung.

  • Psychologische Beraterin bei Paar-, Familie- und Lebensfragen Petra Hellmann – Online Beratung

    Petra Hellmann Einzel-,Paar -und Familienberatung · Online-Beratung und in Praxis in Soest

    Zum Termin

    Fachliche Schwerpunkte

    Petra Hellmann ist psychologische Beraterin für Ehe-, Familien-und Lebensfragen mit dem Fokus auf persönliche Krisen und Entwicklungsprozesse. Sie begleitet Einzelpersonen, Paare und auch Eltern dabei schwierige Lebensphasen besser zu verstehen, sie als Herausforderung anzunehmen, um sie aktiv zu bewältigen.

    • Kriseninterventionen in den unterschiedlichsten Lebens- und Entwicklungsprozessen
    • Impulse, die situativ, pragmatisch und Ressourcen orientiert wirken
    • Paar -und partnerschaftliche Beziehungen und Dynamiken
    • Biographiearbeit: Herkunft, Identität und persönliche Entwicklung
    • Erziehungs- und Entwicklungsfragen auch bei Trennung oder Scheidung
  • Die Antworten im Blog von Psychologen Online dienen als erste Orientierung. Sie ersetzen keine Psychotherapie und stellen keine ausreichende Unterstützung bei schweren psychischen Erkrankungen dar.
    Der jeweilige Blog-Artikel wurde unentgeltlich von einer Psychologin oder einem Psychologen von Psychologen Online verfasst. Er gibt die persönliche fachliche Einschätzung der Autorin bzw. des Autors wieder, die auf einer fundierten Ausbildung sowie praktischer Beratungs- und gegebenenfalls Therapieerfahrung basiert.
    Die individuelle Beratung durch Psychologen Online per Video oder Telefon ist kostenpflichtig. Wenn Sie ein kostenfreies Unterstützungsangebot suchen, können Sie sich beispielsweise an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 wenden.