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Meine Tochter nimmt Drogen und hat Ausbildung abgebrochen


Diana00, weiblich, Alter unbekannt

Liebes Team, meiner 17-Jährigen Tochter war früher motiviert, hilfsbereit und sehr intelligent. Mit einer Mittlere Reife von 1,3 hat sie sofort eine Ausbildungsstelle bekommen. Doch dann kam der erste Schock. Sie brach Ihre Ausbildung ab und keiner wusste warum. Mittlerweile hat sie ihre dritte Ausbildung abgebrochen. Man erkennt zwar eine gewisse Motivation, die aber bereits ein paar Wochen wieder einbricht.

Und neu für mich, meine Tochter nimmt Drogen. Seit 3 Monaten habe ich gemerkt das sie Cannabis konsumiert, in diesem Moment bin ich in Ihr Zimmer gegangen und wollte ruhig mit ihr reden, doch genau in diesem Moment hat sie sich den Joint angezündet und hemmungslos geraucht. Auch Freunden von Diana berichten, dass sie vieles konsumiert (Koks, Speed, Hash, Cannabis und Ecstasy). Ist das heutzutage normal? Ein Freundin hat mir berichtet, auch ihre Tochter nimmt Drogen. Vor mehreren Tagen kam sie recht verzweifelt zu mir, hat geweint und über Angst vor dem Tod und ihrer Zukunft berichtet.

Wie kann ich Ihr am besten helfen, wenn sie keine Hilfe annimmt?

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Antwort von Psychologen Online

Liebe Anfragende, vielen Dank für Ihre Anfrage und die Schilderung Ihrer Situation. Als liebende Mutter schmerzt es Sie, zu sehen, wie das eigene Kind leidet, während Sie wenig Einfluss auf die Situation verspüren. Dabei freute mich zu lesen, dass Ihre Tochter sich auch jetzt, in gewissen Stunden, Ihnen anvertraut und ihre Sorgen und Ängsten mitteilt. Warum ist das nicht immer so? Man könnte vermuten, dass Ihre Tochter Sie schützen möchte, da sie erkennt, wie viel Leid ihre Mutter dabei erfährt. Möglicherweise sind belastende Themen auch mit Scham verbunden. Vielleicht führen Gespräche über Gefühle auch dazu, dass Ihre Tochter sich in den negativen Gefühlen vertieft. Gibt es Menschen, denen sich Ihre Tochter leichter anvertrauen kann - vielleicht ein Freund oder eine Bekannte? Ihrer Tochter auch weiterhin das Angebot zu machen, mit Ihnen sprechen zu können, ist wichtig. Bestimmt nimmt Sie Ihr Angebot ab und zu doch an und lässt Sie Einblick haben, in ihre Welt.

Schule, Ausbildung, Selbstständigkeit

Sie haben drastische Veränderungen Ihre Tochter zu einem konkreten Zeitpunkt in kurzer Zeit beschrieben. Sicher haben Sie schon viele mögliche Ursachen durchgespielt. Welche Hypothesen haben andere Menschen? Fragen Sie bewusst bei unterschiedlichen Personen nach und achten Sie auch auf kleine Unterschiede bei den beschriebenen Gründen. Gerade die Unterschiede in den Erklärungen geben Ihnen mehr Informationen und erweitern Ihr Bild. Und, ist die von Ihnen beschrieben Veränderung konstant und immer beobachtbar? Oder gibt es auch heute Momente, in denen Ihre Tochter besser gelaunt, motiviert und zuversichtlicher ist. Warum gibt es Unterschiede?

Nachdem die Schule beendet ist, beginnt eine neue Lebensphase. Diese jungen Menschen begeben sich wieder in ein neues Umfeld mit neuen Aufgaben. Beim Übergang von einer Phase in die nächste Phase spricht man auch von EntwicklungsKRISEN – weil damit Unsicherheiten und Ängste verbunden sein können. Noch ist der eigene Platz nicht gefunden, die Orientierung fehlt. Die Wahl eines Ausbildungs- oder Studienplatzes steht manchmal unter dem Druck, die Weichen für eine glückliche Zukunft stellen zu müssen.

Ihre Tochter nimmt Drogen: Wie gehen Sie damit um?

Entscheidend ist, dass Sie deutlich aussprechen und demonstrieren, dass Sie das gezeigte Verhalten ablehnen. Ihre Tochter nimmt Drogen und Sie sind nicht damit einverstanden. Nicht ausgesprochener Protest kann als Duldung oder Gewöhnung verstanden werden. Sollte Ihr eigener Einfluss als Mutter zurzeit nicht wirksam genug sein, könnte es helfen, andere für Ihre Tochter wichtige Menschen hinzuzuziehen. Was würde die Oma, der ehemalige Klassenlehrer oder die vertraute Nachbarin Ihrer Tochter sagen? Manchmal schützt die Scham vor der Wahrheit die Täter. Wägen Sie diesen Schritt gut ab, er birgt Konfliktpotential in sich.

Der Konsum von Drogen kann die Ursache für die deutlichen Verhaltensänderungen der Tochter sein. Sie sollten Ihrer Tochter vorschlagen, eine Drogenberatungsstelle aufzusuchen. Wenn Sie dies ablehnt, können Sie sich als Mutter dort auch gezielt zu dem Thema von Experten beraten lassen. Ein möglicher Einstieg, sich mit der Problematik von Drogen zu beschäftigen, ist die interaktive Internetseite: www.drugcom.de. Dort gibt es viele Informationen zu den unterschiedlichen Drogen. Und es gibt eine Beratung in einem kostenlosen Chat.

Ich hoffe, Sie haben einige neue Ideen erhalten.

  • Klemens Lühr ist Psychologe, systemischer Berater und Coach und lebt in Dortmund.

  • Die Antworten im Blog von Psychologen Online bieten eine erste Orientierungshilfe. Sie können keine Psychotherapie ersetzen und können auch keine Hilfe bei ernsten psychischen Problemen leisten. Die Online-Beratung erfolgt unentgeltlich durch einen Psychologen von Psychologen Online. Die Antwort bringt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin zum Ausdruck und spiegelt nicht unbedingt die Meinung von Psychologen Online wider.
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