Vakemi, männlich, 14 Jahre
Ich habe massive Probleme mit Selbstbeherrschung und bin die ganze Zeit am Mobiltelefon, sodass ich mich kaum konzentrieren kann. Dadurch fällt es mir schwer, im Unterricht aufmerksam zu bleiben oder Aufgaben zu erledigen. Oft schiebe ich Dinge vor mir her, obwohl ich weiß, dass sie wichtig wären. Zusätzlich bin ich verliebt in einen Jungen in meiner Klasse und weiß nicht, ob ich es ihm sagen soll oder wie er reagieren wird. Außerdem frage ich mich, wie ich herausfinden kann, ob er ebenfalls bi ist.
Antwort von Psychologen Online
Lieber Vakemi,
Ihre Schwierigkeiten mit Selbstbeherrschung und Konzentration können sehr belastend sein, vor allem im schulischen Alltag. Wenn Gedanken ständig abschweifen und das Handy kaum aus der Hand gelegt werden kann, entsteht schnell innerer Stress und das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden.
Viele Jugendliche berichten in solchen Situationen von zunehmender Unruhe, innerem Druck und dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Hier kann es hilfreich sein, sich mit Strategien zum Stress abbauen zu beschäftigen und bewusst Pausen von digitalen Medien einzuplanen.
Wenn Sie merken, dass Sie Aufgaben immer wieder aufschieben oder sich kaum motivieren können, kann auch ein Blick auf das Thema Prokrastination bewältigen hilfreich sein. Kleine Veränderungen im Alltag können bereits entlastend wirken.
Gerade bei sehr intensiver Handynutzung lohnt es sich zudem, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Unterstützung und Anregungen finden Sie auch beim Thema Handysucht bekämpfen.
Problematisch kann es dann werden, wenn Sie Gesprächen oder dem Unterricht kaum noch folgen können oder wenn die mangelnde Selbstkontrolle dazu führt, dass Sie sich selbst oder anderen schaden. In solchen Fällen kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. Erfahrene Psychologen können gemeinsam mit Ihnen herausfinden, welche Schritte entlastend wirken.
Verliebt in einen Jungen – wie sage ich es ihm?
Sie schreiben außerdem, dass Sie verliebt sind. Zum Verliebtsein gehört fast immer Unsicherheit, besonders wenn noch unklar ist, was der andere empfindet. Diese Mischung aus Hoffnung, Angst und Aufregung ist ganz normal.
Sie können sich langsam annähern, indem Sie unverfängliche Gespräche suchen und aufmerksam beobachten, wie er reagiert. Ist er interessiert, offen und sucht selbst den Kontakt, kann das ein positives Zeichen sein.
Unabhängig davon ist es wichtig, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu achten. Hilfreiche Impulse dazu bietet das Thema Grenzen setzen können.
Viele Grüße!
Psychologin Nora Thiemann
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