Likretia, weiblich, 55 Jahre
„Kommt meine Angst aus der Kindheit? Der Satz meiner Mutter ‚mit dir fahre ich nie mehr‘ begleitet mich bis heute.“
Ich wünsche mir sehr, dieses Angstgefühl dauerhaft zu überwinden und wieder mehr Freiheit und Selbstständigkeit zu erleben – möglichst ohne Medikamente. Mein Ziel ist es, ein unbeschwertes Leben zu führen, in dem ich mich wieder auf meine eigenen Fähigkeiten verlassen kann.
Wenn ich auf meine Vergangenheit blicke, gab es mehrere belastende Erfahrungen: lange Krankenhausaufenthalte als Kind, Trennungen von meinen Eltern und der frühe Verlust meines Vaters. Heute frage ich mich, ob diese Erfahrungen mein Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinflusst haben. Auch das Thema Angst vor der Angst kommt mir dabei sehr bekannt vor.
Antwort von Psychologen Online
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie beschreiben sehr nachvollziehbar, dass sich Ihre Angst nicht auf alle Lebensbereiche erstreckt, sondern vor allem in bestimmten Situationen auftritt. Das spricht dafür, dass Ihr Körper gelernt hat, in bestimmten Kontexten Alarm zu schlagen – auch dann, wenn objektiv keine Gefahr besteht.
Solche Reaktionen können mit früheren Erfahrungen zusammenhängen, müssen es aber nicht zwingend. Entscheidend ist weniger die Ursache allein, sondern der Umgang mit den angstauslösenden Situationen im Hier und Jetzt.
Angst verstehen statt vermeiden
Ein wichtiger Punkt ist, dass konsequente Vermeidung die Angst häufig verstärkt. Kurzfristig wirkt sie entlastend, langfristig aber bleibt das Angstsystem aktiv. Ziel ist daher, schrittweise wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Möglichkeiten der Unterstützung
Angststörungen sind gut behandelbar. Neben Gesprächen können Entspannungsverfahren, achtsamkeitsbasierte Methoden und eine schrittweise Konfrontation mit angstauslösenden Situationen helfen. Auch ressourcenorientierte Ansätze, bei denen Sie auf bereits bewältigte Situationen zurückblicken, können stärkend wirken.
Wenn Sie möchten, kann eine therapeutische Begleitung dabei helfen, Ihre Ängste besser zu verstehen und neue Handlungsspielräume zu entwickeln – ganz ohne medikamentösen Fokus.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit und Freiheit in Ihrem Alltag erleben können.



