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Ich habe Angst vorm Autofahren, besonders allein auf Landstraßen…

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Likretia, weiblich, 55 Jahre: ich habe Angst vorm Autofahren, besonders allein Auto zu fahren. In der Stadt oder im Ort ist das kein Problem, aber außerorts auf Landstraßen. Diese Angst hält mich noch so gefangen, dass ich immer gefahren werden muss. Es fällt mir auch schwer alleine spazieren zu gehen. An öffentlichen Orten, zum Beispiel im Schwimmbad kann ich ohne Probleme alleine bleiben, auch zu Hause habe ich keine Angst...

Likretia, weiblich, 55 Jahre

Hallo, ich leide seit längerer Zeit unter starken Ängsten beim Autofahren, insbesondere wenn ich allein unterwegs bin und außerhalb geschlossener Ortschaften fahre. In der Stadt oder im Ort selbst ist das für mich meist kein Problem, doch auf Landstraßen überkommt mich eine intensive innere Anspannung.Diese Angst schränkt meinen Alltag erheblich ein. Ich bin darauf angewiesen, gefahren zu werden, und auch das alleinige Spazierengehen fällt mir schwer. Interessanterweise gibt es aber viele Situationen, in denen ich mich sicher fühle – etwa an öffentlichen Orten wie im Schwimmbad oder zu Hause. Das lässt mich vermuten, dass es weniger um reale Gefahr geht, sondern um ein erlerntes Angstgefühl, das sich verselbstständigt hat – ähnlich wie bei anderen Angstzuständen.

„Kommt meine Angst aus der Kindheit? Der Satz meiner Mutter ‚mit dir fahre ich nie mehr‘ begleitet mich bis heute.“

Ich wünsche mir sehr, dieses Angstgefühl dauerhaft zu überwinden und wieder mehr Freiheit und Selbstständigkeit zu erleben – möglichst ohne Medikamente. Mein Ziel ist es, ein unbeschwertes Leben zu führen, in dem ich mich wieder auf meine eigenen Fähigkeiten verlassen kann.

Wenn ich auf meine Vergangenheit blicke, gab es mehrere belastende Erfahrungen: lange Krankenhausaufenthalte als Kind, Trennungen von meinen Eltern und der frühe Verlust meines Vaters. Heute frage ich mich, ob diese Erfahrungen mein Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinflusst haben. Auch das Thema Angst vor der Angst kommt mir dabei sehr bekannt vor.

Antwort von Psychologen Online

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie beschreiben sehr nachvollziehbar, dass sich Ihre Angst nicht auf alle Lebensbereiche erstreckt, sondern vor allem in bestimmten Situationen auftritt. Das spricht dafür, dass Ihr Körper gelernt hat, in bestimmten Kontexten Alarm zu schlagen – auch dann, wenn objektiv keine Gefahr besteht.

Solche Reaktionen können mit früheren Erfahrungen zusammenhängen, müssen es aber nicht zwingend. Entscheidend ist weniger die Ursache allein, sondern der Umgang mit den angstauslösenden Situationen im Hier und Jetzt.

Angst verstehen statt vermeiden

Ein wichtiger Punkt ist, dass konsequente Vermeidung die Angst häufig verstärkt. Kurzfristig wirkt sie entlastend, langfristig aber bleibt das Angstsystem aktiv. Ziel ist daher, schrittweise wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

Möglichkeiten der Unterstützung

Angststörungen sind gut behandelbar. Neben Gesprächen können Entspannungsverfahren, achtsamkeitsbasierte Methoden und eine schrittweise Konfrontation mit angstauslösenden Situationen helfen. Auch ressourcenorientierte Ansätze, bei denen Sie auf bereits bewältigte Situationen zurückblicken, können stärkend wirken.

Wenn Sie möchten, kann eine therapeutische Begleitung dabei helfen, Ihre Ängste besser zu verstehen und neue Handlungsspielräume zu entwickeln – ganz ohne medikamentösen Fokus.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit und Freiheit in Ihrem Alltag erleben können.

Autor/in

Ines Walter
Fachliche Schwerpunkte
Ich bin für Sie da bei Themen zur Gesundheits- und Burnoutprävention, Bewältigung von belastenden Situationen wie Mobbing, Bossing oder allgemeiner Stresssymptomatik sowie bei Fragen zur beruflichen (Weiter-)Entwicklung und Begleitung von persönlichen und organisationalen Veränderungsprozessen. Ich arbeite als systemische Supervisorin und Beraterin mit Führungskräften, Teams und in Organisationen und als Gestalt- und Traumatherapeutin in freier Praxis in Berlin.

Hinweis

Die Antworten im Blog von Psychologen Online dienen als erste Orientierung. Sie ersetzen keine Psychotherapie und stellen keine ausreichende Unterstützung bei schweren psychischen Erkrankungen dar.

Der jeweilige Blog-Artikel wurde unentgeltlich von einer Psychologin oder einem Psychologen von Psychologen Online verfasst. Er gibt die persönliche fachliche Einschätzung der Autorin bzw. des Autors wieder, die auf einer fundierten Ausbildung sowie praktischer Beratungs- und gegebenenfalls Therapieerfahrung basiert.

Die individuelle Beratung durch Psychologen Online per Video oder Telefon ist kostenpflichtig. Wenn Sie ein kostenfreies Unterstützungsangebot suchen, können Sie sich beispielsweise an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 wenden.

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