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Sorgen um andere Menschen: Wenn die Belastung zu groß wird

gefühle für kollegin

Wenn Sie sich gedanklich sehr mit dem Leben oder den Sorgen um andere Menschen beschäftigen, kann das emotional sehr belastend sein. Besonders schwierig ist es, wenn Sie helfen möchten, die Situation jedoch kaum beeinflussen können.

 

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Erfahrungsbericht

„Seit einiger Zeit beschäftigt mich eine Mitarbeiterin sehr. Sie lebt seit vielen Jahren in einer Beziehung, die auf mich zunehmend kontrollierend und einengend wirkt. Sie erzählt oft, dass sie unglücklich ist, kaum noch soziale Kontakte pflegt und vieles in ihrem Leben nicht mehr macht. Sie beschreibt ihren Partner häufig abwertend und berichtet immer wieder, wie unglücklich und eingeengt sie sich fühlt. Gleichzeitig sagt sie, dass sie die Situation akzeptiert habe. Kontakt außerhalb der Arbeit ist ihr laut ihrem Partner nicht erlaubt.
Ich frage mich, ob das noch normale Beziehungsregeln sind oder ob bereits Kontrolle und psychischer Druck vorliegen. Gleichzeitig bin ich unsicher, welche Rolle ich selbst einnehmen darf, ohne berufliche oder persönliche Grenzen zu überschreiten.“
[themagreto, männlich, 21 Jahre]

Die Schilderung macht deutlich, dass Sie hier nicht nur empathisch mit einer Kollegin empfinden, sondern dass Sie sich auch Sorgen um deren Beziehung machen und sich fragen, ob Sie selbst etwas tun können und wie weit die eigene Verantwortung reicht.

Beziehungskonflikte können sehr unterschiedlich aussehen. Wenn Auseinandersetzungen und festgefahrene Kommunikationsmuster im Vordergrund stehen, kann es hilfreich sein, sich damit zu beschäftigen, wie Paare konstruktiver streiten in der Beziehung können. Spielen dagegen spontane Reaktionen, starke Gefühlsausbrüche oder Schwierigkeiten bei der Selbststeuerung eine Rolle, finden Sie im Beitrag Impulsivität in Beziehungen besser verstehen eine vertiefende Einordnung. Wenn sich aus Gefühlen für eine andere Person eine Außenbeziehung entwickelt oder bereits Grenzen einer bestehenden Partnerschaft überschritten wurden, kann zudem der Umgang mit eigener Untreue besser verstehen ein wichtiges Thema werden.

Wenn die betroffene Kollegin selbst Veränderungen in ihrer Beziehung anstrebt und gemeinsame Gespräche mit ihrem Partner immer wieder scheitern, kann eine professionelle Online-Paartherapie bei festgefahrenen Konflikten für das Paar ein möglicher nächster Schritt sein. Die Entscheidung, eine solche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, muss jedoch bei den Beteiligten selbst liegen.

Sorgen um eine Kollegin: Helfen ist nur begrenzt möglich

Sie schildern eine Situation bei einer Kollegin, die aus Ihrer Sicht belastend und unausgewogen ist. Es ist gut nachvollziehbar, dass Sie das Leid Ihrer Kollegin berührt und Sie ihr helfen möchten.

Dennoch gilt: Veränderungen in einer Beziehung können nur dann gelingen, wenn die betroffene Person selbst dazu bereit ist. Auch wenn Außenstehende großes Leid wahrnehmen, können sie die Situation meist nicht als Ganzes beurteilen und keine Entscheidung für den anderen treffen.

Mitgefühl ist wichtig – aber Sie überschreiten Grenzen, wenn Sie die Entscheidung oder Verantwortung für eine Veränderung bei einem anderen Menschen übernehmen wollen.

In solchen Fällen kann es hilfreich sein, sich selbst mit Themen wie Grenzen setzen und dem respektvollen Umgang mit Nähe und Distanz auseinanderzusetzen.

Sorgen um eine Kollegin: Beratungsangebote aufzeigen

Falls Ihre Kollegin selbst über Veränderungen nachdenkt, können Sie sie behutsam auf verschiedene Hilfsangebote aufmerksam machen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Beratungsstellen für Ehe-, Lebens- und Familienfragen
  • Paarberatungsangebote von niedergelassenen Paartherapeuten
  • Beratungsangebote von Diakonie, Caritas und anderen sozialen Diensten
  • Beratungsangebot von Psychologen Online

Manchmal zeigt sich in den Beratungsprozessen, dass die Beziehung keine gute Grundlage (mehr) hat und eine Trennung langfristig der gesündere Weg ist. Informationen zum Umgang mit dem Beziehungsende finden sich auch beim Thema Neuanfang nach Trennung.

Eigene Rolle reflektieren

Ebenso wichtig ist der Blick auf Ihre eigene Situation. Ob Kollege oder Vorgesetzter – Sie bewegen sich in einem sensiblen Spannungsfeld zwischen Mitgefühl, Verantwortung und beruflicher Distanz.

Fragen, die Ihnen helfen können:

  • Was genau bewegt mich so sehr?
  • Wo liegen meine persönlichen Grenzen?
  • Welche Verantwortung trage ich bzw. darf ich überhaupt übernehmen?

Ein Coaching oder psychologisches Beratungsgespräch kann helfen, die eigenen Gefühle einzuordnen und einen guten Umgang mit der Situation zu finden.

Wir wünschen Ihnen Klarheit und einen achtsamen Umgang mit sich selbst und Ihrer Kollegin.

Autor/in

Elke Aliatakis
Diplom-Psychologin · Psychologische Online-Beratung
Fachliche Schwerpunkte
Elke Aliatakis begleitet Erwachsene und Paare in herausfordernden Lebensphasen. Im Fokus stehen persönliche Krisen, belastende Veränderungen sowie das Finden neuer Perspektiven – einfühlsam, strukturiert und lösungsorientiert im Rahmen der psychologischen Online-Beratung.

  • Umgang mit Konflikten und Stress in Familie und Beruf
  • Selbstzweifel und Verunsicherung bei neuen Lebenssituationen (z. B. Leben im Ausland)
  • Verlusterfahrungen und persönliche Krisen
  • Entscheidungsfindung und Neuorientierung
  • Sich als Paar wiederfinden und neu entdecken

Hinweis

Die Antworten und Beiträge von Psychologen Online dienen der ersten Orientierung. Sie ersetzen keine Psychotherapie und stellen bei psychischen Erkrankungen keine ausreichende Unterstützung dar.

Der jeweilige Beitrag wurde von Psycholog:innen, Therapeut:innen oder Berater:innen verfasst und basiert auf fachlicher Einschätzung, fundierter Ausbildung und praktischer Beratungserfahrung.

Die persönliche Beratung durch Psychologen Online per Video oder Telefon ist kostenpflichtig. Wenn Sie ein kostenfreies Unterstützungsangebot suchen, können Sie sich beispielsweise an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 wenden.

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