Viele Menschen stehen im Alltag vor wichtigen Entscheidungen. Soll ich bleiben oder gehen? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen beruflichen Schritt? Oder doch lieber abwarten?
Wenn es um zentrale Lebensfragen geht, wünschen wir uns Sicherheit – und bleiben dennoch oft im inneren „Jein“ stecken.
Dieser Artikel zeigt, wie Sie gute Entscheidungen treffen können, indem Sie Verstand und Bauchgefühl besser verstehen und miteinander verbinden.
Weitere Informationen zur psychologischen Unterstützung finden Sie auf der
Startseite von Psychologen Online.
Hier erfahren Sie
- Wie Entscheidungen im Körper entstehen
- Wenn Gefühle und Verstand im Konflikt stehen
- Hin- und hergerissen zwischen zwei Möglichkeiten
- Gute Entscheidungen treffen – praktische Tipps
- Entscheidungen treffen mit professioneller Begleitung
Psychologen Online wurde gefragt:
„Ich stehe immer wieder vor wichtigen Entscheidungen und komme einfach nicht weiter. Ich denke und denke – und am Ende fühle ich mich blockiert. Wie kann ich eine gute Entscheidung treffen?“
[anonym]
Die wichtigste Botschaft vorweg:
Gute Entscheidungen entstehen nicht allein im Kopf. Erst wenn Verstand und Bauchgefühl zusammenarbeiten, wird eine Entscheidung stimmig und tragfähig.
Der Körper will gehört werden
Aktuelle psychologische und neurologische Forschung zeigt: Wir verfügen über zwei Entscheidungssysteme – ein rationales und ein emotionales.
Im rationalen System arbeitet der Verstand. Wir wägen Vor- und Nachteile ab, denken über Konsequenzen nach und versuchen, logisch zu entscheiden.
Viele Menschen verlassen sich vor allem auf diesen bewussten Denkprozess.
Daneben existiert ein emotionales Entscheidungssystem. Es arbeitet unbewusst, ist deutlich schneller und äußert sich über Gefühle und Körpersignale.
Dieses sogenannte emotionale Erfahrungsgedächtnis speichert frühere Erlebnisse und die damit verbundenen Empfindungen – etwa Anspannung, Enge, Erleichterung oder Aufregung.
Diese Körpersignale – auch „somatische Marker“ genannt – werden bei ähnlichen Entscheidungssituationen wieder aktiviert.
Sie liefern wichtige Hinweise darauf, was sich für uns stimmig oder unstimmig anfühlt.
Gefühle und Verstand im Konflikt
Treffen wir Entscheidungen ausschließlich mit dem Verstand, ohne dass das Gefühl mitgeht, bleibt die Umsetzung oft aus.
Dieses Phänomen kennen viele vom guten Vorsatz: rational sinnvoll – emotional nicht getragen.
Nachhaltige Entscheidungen entstehen dann, wenn Verstand und Bauchgefühl in Einklang kommen.
Dazu ist es notwendig, die eigenen Gefühle und Körpersignale bewusst wahrzunehmen und ernst zu nehmen.
Hin- und hergerissen zwischen zwei Möglichkeiten
Fällt eine Entscheidung besonders schwer, sprechen Psychologen von Ambivalenz.
Dabei stehen widersprüchliche Gefühle oder Gedanken nebeneinander – ohne dass sich eine klare Richtung ergibt.
Typische Entscheidungssituationen sind:
- Joy-Joy-Dilemma: zwei attraktive Optionen
- Pain-Pain-Dilemma: zwei unangenehme Möglichkeiten
- Joy-Pain-Dilemma: Anziehung und Abstoßung zugleich
Gute Entscheidungen treffen – praktische Tipps
Tipp 1: Überblick gewinnen
Listen Sie Vor- und Nachteile aller Optionen auf und gewichten Sie diese nach persönlicher Bedeutung.
Tipp 2: Gefühle einbeziehen
Stellen Sie sich die Folgen Ihrer Entscheidung bildlich vor und achten Sie bewusst auf Ihre körperlichen Reaktionen.
Tipp 3: Entspannung schaffen
Treffen Sie Entscheidungen nicht unter Stress – ein ruhiger Zustand ist Voraussetzung für klares Denken.
Tipp 4: Möglichkeiten erweitern
Sammeln Sie alternative Lösungen, auch ungewöhnliche. Kreativität öffnet neue Wege.
Tipp 5: Zeit zulassen
Gute Entscheidungen brauchen manchmal Geduld. Ambivalenz ist Teil des Prozesses.
Entscheidungen treffen mit professioneller Begleitung
In der psychologischen Beratung unterstützen wir Menschen dabei, Entscheidungsprozesse zu ordnen, innere Klarheit zu gewinnen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Ziel ist eine Entscheidung, zu der Sie mit Verstand und Gefühl „Ja“ sagen können.
Nächster Schritt:
Wenn Sie sich bei einer wichtigen Entscheidung Unterstützung wünschen, nutzen Sie eine professionelle psychologische Beratung.
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Psychologe Lutz Förster
Diplom-Psychologe · Psychologischer Psychotherapeut · Online-Beratung Zum TerminFachliche Schwerpunkte
Lutz Förster ist Psychologe mit langjähriger Erfahrung in der psychologischen Online-Beratung. Er begleitet Erwachsene in persönlichen Krisen, nach belastenden Lebensereignissen und auf dem Weg zu mehr Selbstakzeptanz, innerer Stabilität und persönlichem Wachstum.
- ●Selbstliebe entdecken oder wiederfinden
- ●Traumabewältigung – auch schwere Erfahrungen verarbeiten
- ●Arbeit mit dem Inneren Kind
- ●Persönliche Krisen und persönliches Wachstum
- ●Neuorientierung nach Verlust, Trennung oder einschneidenden Ereignissen
- Die Antworten im Blog von Psychologen Online bieten eine erste Orientierungshilfe. Sie können keine Psychotherapie ersetzen und können auch keine Hilfe bei ernsten psychischen Problemen leisten. Die Online-Beratung erfolgt unentgeltlich durch einen Psychologen von Psychologen Online. Die Antwort bringt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin zum Ausdruck und spiegelt nicht unbedingt die Meinung von Psychologen Online wider.
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