Einleitung
Viele Menschen erleben plötzlich oder schleichend Ängste am Steuer. Wenn Sie Ihre Angst vor dem Autofahren überwinden möchten, ist der erste Schritt, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen – und sie nicht vorschnell als persönliches Versagen zu bewerten.
In diesem Artikel erfahren Sie:
Erfahrungsbericht
Ich leide seit längerer Zeit unter starken Ängsten beim Autofahren, vor allem wenn ich allein unterwegs bin und außerhalb geschlossener Ortschaften fahre. Innerorts habe ich meist keine Probleme, doch auf Landstraßen entsteht eine intensive innere Anspannung. Die Angst schränkt meinen Alltag stark ein. Ich bin darauf angewiesen, gefahren zu werden, auch das alleinige Spazierengehen fällt mir schwer. Interessanterweise gibt es aber viele Situationen, in denen ich mich sicher fühle. Das lässt mich vermuten, dass es weniger um reale Gefahr geht, sondern um ein erlerntes Angstgefühl, das sich verselbstständigt hat – ähnlich wie bei anderen Angstzuständen.
Ich wünsche mir sehr, dieses Angstgefühl dauerhaft zu überwinden und wieder mehr Freiheit und Selbstständigkeit zu erleben – möglichst ohne Medikamente.
Belastende Erfahrungen aus meiner Kindheit sind Krankenhausaufenthalte, Trennungen von meinen Eltern und der frühe Tod meines Vaters – lassen mich fragen, ob mein Sicherheitsgefühl dadurch nachhaltig beeinflusst wurde.
Angst vor dem Autofahren überwinden – psychologische Einschätzung
Sie beschreiben sehr nachvollziehbar, dass sich Ihre Angst nicht auf alle Lebensbereiche erstreckt, sondern vor allem in bestimmten Situationen auftritt. Das spricht dafür, dass Ihr Körper gelernt hat, in bestimmten Kontexten Alarm zu schlagen – auch dann, wenn objektiv keine Gefahr besteht.
Solche Reaktionen können mit früheren Erfahrungen zusammenhängen, müssen es aber nicht zwingend. Entscheidend ist weniger die Ursache allein, sondern der Umgang mit den angstauslösenden Situationen im Hier und Jetzt.
Angst verstehen statt vermeiden
Ein wichtiger Punkt ist, dass konsequente Vermeidung die Angst häufig verstärkt. Kurzfristig wirkt sie entlastend, langfristig aber bleibt das Angstsystem aktiv. Ziel ist daher, schrittweise wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Möglichkeiten der Unterstützung
Angststörungen sind gut behandelbar. Neben Gesprächen können helfen:
- Entspannungsverfahren
- achtsamkeitsbasierte Methoden
- eine schrittweise Konfrontation mit angstauslösenden Situationen
- ressourcenorientierte Ansätze
Eine therapeutische Begleitung kann Sie dabei unterstützen, Ihre Ängste besser zu verstehen und neue Handlungsspielräume zu entwickeln – ohne medikamentösen Fokus.
Psychologin Ines Walter
Diplom-Psychologin · Online-Beratung und in Praxis in Berlin Zum TerminFachliche Schwerpunkte
Ines Walter ist Psychologin mit langjähriger Erfahrung in der psychologischen Online-Beratung. Sie begleitet Erwachsene bei persönlichen, emotionalen und belastenden Lebenssituationen – empathisch, wissenschaftlich fundiert und diskret.
- ●Traumatische Erfahrungen & emotionale Belastungen
- ●Selbstwert, Identität & Persönlichkeitsentwicklung
- ●Ängste, innere Unsicherheit & Sorgen
- ●Stress, Überforderung & emotionale Erschöpfung
- ●Konflikte im Berufs- und Familienleben
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- Die Antworten im Blog von Psychologen Online dienen als erste Orientierung. Sie ersetzen keine Psychotherapie und stellen keine ausreichende Unterstützung bei schweren psychischen Erkrankungen dar.
Der jeweilige Blog-Artikel wurde unentgeltlich von einer Psychologin oder einem Psychologen von Psychologen Online verfasst. Er gibt die persönliche fachliche Einschätzung der Autorin bzw. des Autors wieder, die auf einer fundierten Ausbildung sowie praktischer Beratungs- und gegebenenfalls Therapieerfahrung basiert.
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