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Angst vor Männern überwinden: Ursachen und Unterstützung

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Viele Menschen erleben Angst in bestimmten Situationen – manchmal auch ganz konkret im Kontakt mit anderen Menschen. Wenn Sie merken, dass Sie sich in der Nähe bestimmter Personen plötzlich unsicher oder körperlich stark angespannt fühlen, kann das sehr belastend sein. Im folgenden Erfahrungsbericht geht es um genau diese Form der Angst vor Männern – und darum, wie sich diese einordnen lässt.

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Ich habe starke Angst in der Nähe bestimmter Männer, besonders wenn sie mir nahe kommen. Mein Körper reagiert sofort mit Schwindel, Zittern, Herzklopfen und Orientierungsverlust. Diese körperlichen Reaktionen treten innerhalb von Sekunden auf. Besonders schwierig ist es, wenn ein Mann direkt hinter mir steht – dann habe ich das Gefühl, umzufallen. Nachts oder nach Alkohol treten zusätzlich Taubheitsgefühle auf. Ich frage mich, woher diese Angst vor Männern kommt und wie ich im Alltag mehr Sicherheit gewinnen kann. Sie tritt nur in bestimmten Situationen auf. [Amalia, 19 Jahre]

Aus der Beratung von Psychologen Online

Angst vor Männern verstehen: Was dahinter steckt

Liebe Amalia, die von Ihnen beschriebenen Reaktionen sind typische körperliche und emotionale Prozesse, wie sie bei einer Angststörung auftreten können. Einen grundlegenden Überblick darüber, wie Angst und ihre typischen Symptome entstehen, finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema Angst. Angst ist zunächst eine sinnvolle Schutzreaktion. Sie hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen. Problematisch wird sie dann, wenn sie auch in objektiv ungefährlichen Situationen ausgelöst wird. Dabei können sich körperliche Reaktionen, Gedanken über mögliche Gefahren und die Erwartung einer erneuten Angstsituation gegenseitig verstärken.
Typisch ist ein Kreislauf: Körperempfindungen, Gedanken und Wahrnehmungen verstärken sich gegenseitig.
Viele Betroffene erleben dabei eine sogenannte Angst vor der Angst. Dabei lässt sich besonders gut nachvollziehen, wie Erwartungsangst und Vermeidung zusammenwirken und dazu beitragen können, dass bestimmte Situationen zunehmend als bedrohlich erlebt werden. Angst kann sich außerdem auf sehr unterschiedliche Situationen beziehen. Ein anderes Beispiel ist die Angst vor dem Autofahren, bei der ähnliche Mechanismen aus körperlicher Anspannung, Erwartungsangst und Vermeidung eine Rolle spielen können.

Wenn die Angst vor Männern den Alltag einschränkt

Die Angst vor Männern kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig spielen eine Rolle:
  • belastende Erfahrungen oder Erinnerungen
  • bestimmte Lernerfahrungen (z. B. bestimmte Situationen = Gefahr)
  • erhöhte innere Anspannung
Problematisch wird es dann, wenn Angst dazu führt, dass Situationen zunehmend vermieden werden. Dadurch kann sich der Handlungsspielraum immer weiter verengen. Gerade Vermeidung kann kurzfristig entlasten, langfristig jedoch dazu beitragen, dass die Angst bestehen bleibt. Weiterführende fachliche Informationen zu Diagnostik und evidenzbasierter Behandlung von Angststörungen bietet die S3-Leitlinie Angststörungen.

Angst vor Männern bewältigen: Welche Hilfe möglich ist

Wenn Sie merken, dass die Angst vor Männern Ihren Alltag stark beeinflusst, kann eine psychologische Beratung bei Ängsten oder eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein. In einer psychotherapeutischen Begleitung können Sie:
  • individuelle Auslöser besser verstehen
  • typische Gedankenmuster erkennen
  • körperliche Reaktionen einordnen
  • neue Erfahrungen im Umgang mit Angst machen
Besonders verhaltenstherapeutische Ansätze können dabei helfen, Ängste schrittweise zu bearbeiten und wieder mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

Literaturempfehlungen

  • van der Kolk, B. A. (2014). The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the Healing of Trauma. New York: Viking.
  • Herman, J. L. (1992). Trauma and Recovery: The Aftermath of Violence—From Domestic Abuse to Political Terror. New York: Basic Books.
  • Bass, E., & Davis, L. (1988). The Courage to Heal: A Guide for Women Survivors of Child Sexual Abuse. New York: Harper & Row.
  • Shraya, V. (2018). I’m Afraid of Men. Toronto: Penguin Random House Canada.

Autor/in

Foto von Online-Psychologin Katrin Speth in Nahaufnahme am Strand in Kalifornien
Katrin Speth
Diplom-Psychologin · Paar- und Familientherapeutin · Online-Beratung in Deutsch und Englisch
Fachliche Schwerpunkte
Katrin Speth ist Psychologin und begleitet Erwachsene in herausfordernden Lebenssituationen. In der psychologischen Online-Beratung unterstützt sie bei zwischenmenschlichen Themen, internationalen Lebensrealitäten sowie bei persönlicher und beruflicher Neuorientierung. Ihr Ansatz ist ressourcenorientiert, wertschätzend und individuell abgestimmt.

  • Beziehungskonflikte in Partnerschaft, Familie und Arbeitskontexten
  • Leben im Ausland und Identitätsfragen in interkulturellen Lebenssituationen
  • Persönliches Wachstum und berufliche Entwicklung
  • Entscheidungsfindung und Neuorientierung
  • Umgang mit emotionaler Belastung, Stress und Erschöpfung

Hinweis

Die Antworten im Blog von Psychologen Online dienen als erste Orientierung. Sie ersetzen keine Psychotherapie und stellen keine ausreichende Unterstützung bei schweren psychischen Erkrankungen dar.

Der jeweilige Blog-Artikel wurde unentgeltlich von einer Psychologin oder einem Psychologen von Psychologen Online verfasst. Er gibt die persönliche fachliche Einschätzung der Autorin bzw. des Autors wieder, die auf einer fundierten Ausbildung sowie praktischer Beratungs- und gegebenenfalls Therapieerfahrung basiert.

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