Ein Umzug ins Ausland bringt oft große Erwartungen mit sich. Doch nach der ersten Euphorie kann ein Tief folgen. Wenn Sie sich fremd fühlen oder Heimweh im Ausland entwickeln, ist das kein ungewöhnlicher Verlauf, sondern Teil eines Anpassungsprozesses.
Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf psychologischer Fachliteratur und der Erfahrung aus der psychologischen Beratung. Quellen und weiterführende Literatur finden Sie am Ende des Beitrags. Zuletzt fachlich geprüft durch Psychologin, Paar- und Familientherapeutin Katrin Speth: 13.09.2026 » Zur Autorin
In diesem Artikel erfahren Sie:- Kulturschock und Heimweh im Ausland verstehen
- Phasen von Kulturschock
- Was hilft bei Heimweh im Ausland?
- Quellen und Literaturempfehlungen
- Zur Autorin
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Ich bin vor ein paar Monaten ins Ausland gezogen und obwohl ich mich sehr auf diese neue Erfahrung gefreut habe, ist es nun ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Ich frage mich, ob ich vielleicht an einer Depression leide und ob es die richtige Entscheidung war hierher zu kommen?
Aus der Beratung von Psychologen Online
Kulturschock und Heimweh im Ausland verstehen
Ein Umzug in ein anderes Land kann ein belastendes Lebensereignis sein. Besonders im ersten Jahr wechseln sich positive und schwierige Phasen ab. Die anfängliche Begeisterung lässt oft nach, stattdessen entsteht ein Gefühl von Fremdheit und zunehmendes Heimweh im Ausland. Auch körperliche und psychische Reaktionen sind möglich, z. B.:- depressive Verstimmungen
- Schlafprobleme
- veränderter Appetit
- Angst
- Misstrauen
Phasen von Kulturschock
Wenn man zu zweit oder als Familie ins Ausland geht, dann durchläuft jeder Einzelne unabhängig voneinander diesen „Kulturschock“. Er tritt bei jedem zu einem individuellen Zeitpunkt auf und wird auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und verarbeitet. Je länger man in der neuen Umgebung lebt, umso mehr passt man sich automatisch an die neue Kultur an. Anfängliches „missverstanden werden“ kehrt sich allmählich in „verstanden werden“ um. Diese Phase wird als „Recovery“ beschrieben. Mit der Zeit fühlt man sich immer wohler und würde von sich selber behaupten, man sei endlich angekommen (Adaption). Falls man nicht dauerhaft ausgewandert ist, sondern nur für ein paar Monate oder Jahre, wird es irgendwann wieder in sein Ursprungsland zurückgehen. Bei diesem Rückumzug können erneut Anpassungsprozesse auftreten. Dies wird häufig als „Reverse Culture Shock“ bezeichnet.Was hilft bei Heimweh im Ausland?
Die beschriebenen Gefühle sind für viele Menschen Teil eines Auslandsaufenthalts. Zweifel an der Entscheidung oder Enttäuschung sind daher nichts Ungewöhnliches. Wenn der Leidensdruck jedoch sehr hoch ist oder länger anhält, kann es sinnvoll sein, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eine psychologische Beratung online – auch im Ausland kann dabei helfen, die aktuelle Situation zu sortieren, persönliche Belastungen besser zu verstehen und mögliche nächste Schritte zu entwickeln. Auch eine ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn die Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben oder sich deutlich verstärken.Literaturempfehlungen
- Storti, C. (2001): The Art of Crossing Cultures. Yarmouth, ME: Intercultural Press. Praxisorientierter Ratgeber zum Umgang mit kulturellen Unterschieden und zu typischen Herausforderungen, die bei der Anpassung an eine neue kulturelle Umgebung entstehen können.
- Ward, C., Bochner, S. & Furnham, A. (2001): The Psychology of Culture Shock. 2. Auflage. Hove: Routledge. Psychologisches Grundlagenwerk zu Kulturschock, interkultureller Anpassung und den sozialen sowie emotionalen Prozessen beim Leben in einer fremden Kultur.
- Hess, M. B. & Linderman, P. (2017): The Expert Expat: Your Guide to Successful Relocation Abroad. Boston: Nicholas Brealey Publishing. Praxisnaher Ratgeber für das Leben im Ausland, der die Vorbereitung auf einen Umzug sowie soziale, kulturelle und persönliche Herausforderungen während der Eingewöhnung behandelt.
- Haasen, C., Levit, O., Gelbert, A., Foroutan, N., Norovjav, A., Sinaa, M. & Demiralay, C. (2007): Zusammenhang zwischen psychischer Befindlichkeit und Akkulturation bei Migranten. Psychiatrische Praxis, 34(7), 339–342. Deutschsprachige Originalarbeit zum Zusammenhang zwischen Akkulturationsstress und psychischer Belastung bei Migrantinnen und Migranten.




