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In der Rubrik "Wissen und Tipps" informieren wir zu psychologischen Fragen. Heute: „Es ist vorbei!“ - Bei diesem Satz bricht meist eine Welt zusammen. Aber was tun, damit der Trennungsschmerz nicht überhand nimmt?


Aus, und nun? Trennungsschmerz überwinden!

Lass uns bitte keine Freunde bleiben

Nehmen Sie nach der Trennung sofort Abstand und bleiben Sie dabei. Auch wenn Sie Ihren Expartner noch so sehr vermissen, in Kontakt zu bleiben wird dieses Gefühl nur noch weiter verschlimmern.
Oft erinnert im Alltag auch noch so viel an den alten Partner, dass es schwer ist, die Gedanken auf etwas anderes zu richten. Da hilft eine Umstellung. Falls Sie können, verreisen Sie. Oder Sie gestalten Ihre Wohnung um und packen gemeinsame Bilder und alles Andere, was Sie an ihn erinnert, in den Keller. Und löschen Sie die Telefonnummer seiner Eltern!

Wem das zu endgültig vorkommt: der Kontaktabbruch muss ja nicht für immer sein. Sie dürfen sich gerne im Altenheim mal zusammensetzen und sich gegenseitig Bilder der Enkel zeigen. Nein, Unsinn, aber zumindest, bis sie ehrlichen Gewissens sagen können, über den Expartner hinweg zu sein, sollten Sie sich eine Auszeit nehmen. Nur so ist es möglich, auch innerlich auf Distanz zu gehen. Und dieser Abstand ist genau, was Sie brauchen, um die Gedanken zu ordnen und wieder auf die Beine zu kommen.

Vermeiden Sie deshalb auch, sich weiter gedanklich mit dem Verflossenen zu beschäftigen. Um zu wissen, was jemand so tut, muss man ja heutzutage nicht mehr unbedingt Kontakt haben. Soziale Netzwerke haben das Stalking zwar deutlich bequemer gemacht, Herzschmerz heilt es aber trotzdem nicht, im Gegenteil!
Wie schon der Sänger „Passenger“ sehr weise bemerkte: „Looking at pictures on facebook of your ex girlfriend at three in the morning never helped anyone…“

Gefühle rauslassen

Trennungsschmerz überwinden? Da hilft stattdessen, die negativen Gefühle auszudrücken. Wenn sie künstlerische Neigungen verspüren, leben Sie sie aus, malen, schreiben, komponieren Sie! Es dürfte wohl ein Großteil der berühmten Kunst aus dem Verlassenheitsgefühl heraus entstanden sein.
Bei zwei linken Händen oder mangelnder Kreativität kann man allerdings auch einfach mit Freunden darüber sprechen. Man sagt nicht umsonst „sich etwas von der Seele reden“. Häufig das Vergangene Revue passieren lassen, hilft dabei, die Bedeutung zu relativieren und emotionale Distanz aufzubauen. Außerdem tröstet der Beistand von Familie und Freunden auch beim wohl anfangs unausweichlichen Gefühl der Einsamkeit.

Einsamkeit...

Es ist ganz natürlich, sich erstmal ein wenig verloren zu fühlen. Partnerschaften stützen sich nicht nur auf gemeinsame Hobbies oder Freunde, sondern auch auf das Gefühl, sich gegenseitig zu ergänzen und zu vervollständigen. Es dauert seine Zeit, bis das eigene Selbstkonzept vom „wir“ wieder zu einem „ich“ umstellt.

Das zusammen Erschaffene, die gemeinsamen Zukunftspläne, was davon hat auch für Sie alleine noch Bestand? Treffen Sie in dieser Zeit keine übereilten Entscheidungen, stürzen Sie sich auch nicht blindlings in die nächste Partnerschaft. Lassen Sie sich stattdessen Zeit, herauszufinden, was Sie wollen. Es ist keine Schande, nicht sofort einen Ersatz für die langfristigen großen Pläne zu haben, die werden sich mit der Zeit schon von selbst ergeben. Planen sie lieber kurzfristig, bis sie wieder auf die Beine kommen.

Platz für Neues

Nun ist auch ein guter Moment, Neues auszuprobieren und die Dinge zu tun, die Sie schon immer mal machen wollten. Einen Zumbakurs? Super! Suaheli lernen? Noch besser! Den Hells Angels beitreten? Perfekt! Probieren Sie sich aus. Je mehr sie vorhaben, desto weniger Zeit haben Sie, Ihrer Beziehung nachzutrauern. Zuhause sitzen und zu grübeln bringt weder den Partner zurück, noch hilft es dabei, über ihn hinweg zu kommen. Natürlich, ein paar Tage Selbstmitleid, traurige Filme und zu viel Eiscreme sind okay. Dann wird es aber Zeit, das Leben wieder in die Hand zu nehmen. Lassen Sie sich nicht gehen und den Alltag nicht schleifen, das ist ein Teufelskreis. Gehen sie raus, starten Sie neu!

Trennungsschmerz überwinden - der falsche Weg

Und auch wenn es noch so weh tut, versuchen Sie, Ihre Sehnsucht nicht mit Alkohol oder Beruhigungstabletten zu betäuben. Natürlich, ein paar Gläschen in Ehren, um dann gemeinsam mit der besten Freundin „Männer sind Schweine“ zu grölen, ist erlaubt. Aber trinken Sie nicht häufiger und/oder alleine. Das heilt nicht, sondern schiebt den Schmerz nur auf. Sollte es auch nach diesen Tipps längere Zeit nicht besser werden, suchen sie stattdessen lieber eine psychologische Beratung auf.