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Angst vor der Angst?

Tim, männlich, 19 Jahre
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Ich arbeite im sozialen Bereich, habe nur noch meine Mutter und einen kleinen Bruder. Ich bin im Grunde ein sehr aktiver selbstbewusster junger Mann, aber in letzter Zeit merke ich, dass meine Gefühle die Überhand gewinnen. Hinsichtlich jeglicher Gefühle, egal ob positiv oder negativ, habe ich mich zunehmend weniger unter Kontrolle. Im Vordergrund steht allerdings die Angst, die einen zunehmend stärkeren Platz einnimmt. Keine bestimmten Ängste, lediglich die allgemeineren Dingen wie z.B Tod, Krankheit oder auch die Angst vor Krieg. Ich kann mich von den Gedanken gut abgrenzen, mit Arbeit oder meinen Hobbys. Mit der Zeit wird es jedoch immer schwieriger, die Gedanken werden abstrakter und intensiver. Ich danke Euch dafür, dass es so eine Plattform gibt!
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Antwort von Psychologen Online

Lieber Tim, Sie beschreiben einen sogenannten Angst-Kreislauf. Mir fällt dazu das Phänomen der Angst vor der Angst, auch Erwartungsangst, ein. Eventuell gab es ein Ereignis in Ihrem Leben, das Ihnen ganz schön zugesetzt hat. Es kann aber auch sein, dass sich die Angst entwickelt hat, weil Sie an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Diese Phase vollzieht sich nämlich meist mit vielen Verunsicherungen. Sie beschreiben sich einerseits als selbstbewusst - andererseits erleben Sie Angst. Vielleicht haben Sie ja Sorge, Ihre Mutter und Ihren jüngeren Bruder zu verlieren. Dann will Sie Ihre Angst vielleicht darauf hinweisen, dass Sie sich um weitere soziale Beziehungen kümmern sollten: Gibt es gute Freunde? Welche Menschen stehen Ihnen nahe? Welche Beziehungen könnten Sie intensivieren?

Phänomen: Angst vor der Angst

Ich sprach weiter oben von Angst-Kreislauf. Wenn man nämlich Ängste mehrfach erlebt hat, registriert man mögliche mit Angst einhergehende Körperreaktionen sehr genau und hat bei den kleinsten Anzeichen Sorge, dass man wieder von den Ängsten überflutet wird. Betroffene Menschen haben irgendwann Angst vor der Angst, d.h. sie befürchten das Auftreten von Angstsymptomen und fokussieren damit erst recht auf die Angst. Problematisch ist auch, angstauslösende Situationen zu vermeiden. Denn immer wenn die Angst durch Vermeidung nachlässt, wird das Vermeidungsverhalten verstärkt. Durch die Angst vor der Angst berauben sich die Betroffenen der Möglichkeit, zu erleben, dass befürchtete Situationen ungefährlich sind.

Was können Sie tun gegen die Angst vor der Angst

Neben dem Aufbau sozialer Kontakte, die Ihnen gut tunen, ist es wichtig, sich der Angst zu stellen. Da sich die Angst bei Ihnen langsam generalisiert, wäre es interessant nach den ursprünglichen Angstauslösern zu schauen. Wenn sich die Angstsymptome bereits weit entwickelt haben, benötigen Sie professionelle Hilfe dabei, sich der Angst zu stellen. Sie könnten sich bei der kostenlosen Telefonseelsorge (0800/111 0 111) oder bei einer psychologischen Beratungsstelle an Ihrem Ort melden. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg!
Viele Grüße, Elke Aliatakis

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Die Antworten im Blog von Psychologen Online bieten eine erste Orientierungshilfe. Sie können keine Psychotherapie ersetzen und können auch keine Hilfe bei ernsten psychischen Problemen leisten. Die Online-Beratung erfolgt unentgeltlich durch einen Psychologen von Psychologen Online. Die Antwort bringt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin zum Ausdruck und spiegelt nicht unbedingt die Meinung von Psychologen Online wider.
Die Beratung von Psychologen Online per Videochat oder Telefon ist kostenpflichtig. Sollten Sie ein kostenfreies Beratungsangebot suchen, können Sie sich zum Beispiel an die Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 wenden.

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Elke Aliatakis ist Psychologin und systemische
Therapeutin und lebt in Herrenberg.

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